Abteilung Tanzsport: gegründet 1983

Besonderheiten: großes Einzugsgebiet der Mitglieder, diese Sportart wird paarweise ausgeübt, das heißt der Kontakt zum „Gegner“ ist hier erlaubt bzw. sogar erwünscht

Probleme: Folgen der Corona-Zeit: Mitgliederschwund und mehrfacher Trainerwechsel, der nun ein sehr glückliches Ende gefunden hat

Herausforderungen: Mitgliedergewinnung, Tanzen als Breitensport

Tanzen ist Ausdruck der Lebensfreude

Die Wahrheit dieser Redensart zeigt sich jeden Donnerstagabend zwischen 20 und 22 Uhr in der Gemeindehalle Meitingen. Hier treffen sich Tanzbegeisterte aus Nah und Fern, um miteinander das Tanzbein zu schwingen. Dabei steht im Vordergrund die körperliche Aktivität – aber auch das Miteinander kommt nicht zu kurz. Vermittelt werden neue Tanzschritte an Paare, aber auch „Führungsqualitäten“ an die Männer, die für diese zwei Stunden in der Woche ausnahmsweise sagen, wo es lang geht (so ein gängiges Zitat unter den Tänzern).

Geübt wird dabei paarweise, nur für das Erlernen neuer Folgen werden Frauen- und Männerschritte getrennt und nach einer kurzen Diskussions- bzw. Findungsphase dann zusammen eingeübt. Einfühlsamen und geduldigen Trainern sei es gedankt, dass dies immer mit Humor und Freude am Tanzen geschieht.

Es geht los – zwo, drei vier

Die Möglichkeit, Tanzen zu lernen, ist oft auf Tanzschulen beschränkt. Diese nehmen allerdings keine Rücksicht auf den Stand und die Interessen ihrer Kursteilnehmer und machen meist eine längere Anfahrt notwendig. Aus diesem Grund trafen sich Ende November 1982 auf Initiative von Herrn Geiger 34 Tanzsportbegeisterte, die bereits einige Kurse absolviert hatten und ihr Können weiter vertiefen wollten. Nachdem mit Herrn Liebich bald ein erfolgreicher Turniertänzer als Trainer engagiert werden konnte und die Gemeindehalle als Trainingsort durch die Gemeindeverwaltung genehmigt wurde, stand der Aufnahme der Tanzsportabteilung in den TSV Meitingen nichts mehr im Wege.

Nachdem Herr Geiger für die Abteilungsleitung nicht mehr zur Verfügung stand und seine Nachfolger Herr Reiser und Herr Stegmann schon bald ihre Ämter wieder aufgeben mussten, übernahm Herr Fleischer die Abteilungsleitung (zusammen mit seinem Stellvertreter Herrn Birkner), die er bis zum Jahr 2018 mit Herzblut und vollem Einsatz ausführte.

Let’s dance

Zu Beginn der Vereinstätigkeit lag der Schwerpunkt noch auf Formationen und Auftritten. Nicht zuletzt durch den Anschluss einer Rock ‘n’ Roll-Gruppe aus Donauwörth ergaben sich neue Möglichkeiten, den Verein nach außen zu präsentieren. Die Gruppe löste sich Anfang 1996 wegen Mitgliedermangel wieder auf.

Bei Feierlichkeiten, wie der Einweihung der neuen Meitinger Mehrzweckhalle (April 1984) und auf Landkreisebene in Neusäß (1988) und Diedorf (1992) war die Tanzabteilung ein gern gesehener Gast. Als Gastgeber veranstaltete die Abteilung zu ihren Jubiläen 1993 und 1998 Galabälle, bei denen die Band „Tornados“ zum Tanz aufspielte.

Sportliche Erfolge wie beim Tanzturnier in Bad Wörishofen (1990) oder der Einzug in die Endrunde bei der Breitensport-Tanztrophy in Unterschleißheim (1995) sind Höhepunkte dieser Blütezeit.

Immer schön die Haltung bewahren

Für die inhaltliche Gestaltung der Trainingsabende sind die Trainerpaare zuständig. Ab dem Jahr 1989 war das Ehepaar Utz für das Lateintraining verantwortlich. Mit Humor und großer Ausstrahlungskraft sorgten sie für gute Laune und Motivation beim Training, so dass auch längere Tanzfolgen eingeübt und vertieft werden konnten. Durch ihre Tanzlehrertätigkeit bei der VHS sorgte das Paar für Nachwuchs aus den Kursen und wurde durch die langjährige Tätigkeit zum Gesicht für die Abteilung bis zum Jahr 2020.

Im Standardbereich wurde das Training zunächst von Herrn Rambach, später von den Ehepaaren Kaupenjohann und Finkenzeller übernommen. Auf Herrn Wendig folgte schließlich Herr Exner, der zunächst mit seiner langjährigen Tanzpartnerin Frau Thiele und später mit seiner Tochter Frau Kugler Standardtänze unterrichtete. Mit seinen charmanten Rückmeldungen und seinem einzigartigen Humor sorgte er bis zum Jahr 2023 für unterhaltsame Tanzabende.

Manchmal ist ein Rückschritt einfach nur der Wiegeschritt für einen neuen Cha cha cha

Ein großer Einbruch im Vereinsleben kam durch die Corona-Pandemie. Durch das anfängliche Trainingsverbot sowie strikte Hygiene-Auflagen konnte das Tanz-Training lange Zeit nicht mehr stattfinden. Der Neustart verlief holprig, da viele Gepflogenheiten wie das Händeschütteln zur Begrüßung, bei dem kurze zwanglose Worte gewechselt werden, wegfielen. Einige Mitglieder hatten sich während der Zwangspause neue Hobbys gesucht, manche waren mit den Hygiene-Auflagen nicht einverstanden und andere hatten einfach Angst vor dem Zusammensein in geschlossenen Räumen. Die lange Pause hatte die verbleibenden Paare Vieles vergessen lassen, was über Jahre erlernt und trainiert wurde. Hinzu kam eine notwendige Trainersuche in Latein (das Turnierpaar Schüssler-Seigner konnte nur kurz gehalten werden).

Bei der Jahreshauptversammlung 2022 wurde beschlossen, das Konzept der Tanzabteilung zu verändern. Kurze Folgen, die schneller erlernt und beliebig kombiniert werden können, sollten Kern der Trainingsabende sein, der Fokus auf dem Wiederholen liegen. Mit dem begeisterungsfähigen und offenen Trainierpaar Helena Golac und Aznor Ragadio wurde ab 2022 in Latein der neue Kurs gefahren. Mit den Standard-Trainern Monika Thiele und Michael Bildner wurden ehemalige Turniertänzer und erfahrene Wertungsrichter im Tanzen gewonnen, die motiviert und geduldig den Trainingsabenden neuen Spirit geben. Das Corona-Aus für Tanzschulen in der Umgebung war für unsere Abteilung ein Gewinn an neuen, motivierten Mitgliedern. So war die offene Herzlichkeit – Kennzeichen unserer Abteilung und Überzeugungskriterium für jegliche „Schnupperer“ – wieder hergestellt. Die zwei Stunden Training am Donnerstag sind Oasenzeiten für Körper und Geist und sind qualitativ hochwertige Paar-Zeit.

Für den Zusammenhalt in der Gruppe findet fast jährlich ein Ausflug in die nähere oder weitere Umgebung statt. Wanderungen in Landsberg am Lech, Harburg und (fast-)alpine Wanderungen bringen die Beine und Zungen in Bewegungen. Hier darf geratscht werden, was während der Trainings eher nicht so gut ankommt. Die Weihnachtsfeiern mit gutem Essen und traditionellem Gesang (wir können nicht nur zu Musik tanzen, sondern diese auch machen!) gehören zum „Muss“ in der Adventszeit, ebenso wie die langjährige Teilnahme am Meitinger Weihnachtsmarkt. Auch das Schlemmen vom selbstgemachten Buffet beim Sommerfest in Thierhaupten stellt das figurtechnische Kontrastprogramm zum Tanz-Training dar.

Tanz! Gerne auch mal aus der Reihe

Seit dem Jahr 2022 veranstaltet die Tanzabteilung von Herbst bis Frühjahr einmal im Monat interne Tanztees, bei denen ungezwungen getanzt werden kann. Neben den Mitgliedern der Abteilung sind auch regelmäßig befreundete Tanzgruppen eingeladen, man lernt schließlich nie aus. Mitgebrachter Kaffee und Kuchen sorgen dafür, dass die Geselligkeit und das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. Höhepunkt im Jahr 2023 war ein mit dem Integrationsbüro ausgetragenes „Tanzcafé“ am 22. Oktober, das mit 180 begeisterten Tänzern und Zuschauern bestens besucht war.

Getragen wurde und wird das Miteinander in der Abteilung von Menschen, die Tanzen nicht nur als Sport sehen. Die Abteilung trauert um die Gründungsmitglieder Fritz Fleischer (t 2018) und Peter Birkner (t 2023), die der Tanzabteilung viele Jahre ein Gesicht gegeben haben und mit großem Einsatz gewirkt haben.

Seit dem Jahr 2018 leitet Anke Hederich die Abteilung, unterstützt von Melanie Weishaupt (seit 2020 Nachfolgerin von Manfred Kuhnke), Kassiererin ist Renate Lux.

Herausfordernd für die Abteilung und ihre Leitung ist das Gewinnen neuer Mitglieder. Da die meisten Paare verheiratet sind (eine Partnerbörse fehlt uns leider noch, was potenzielle Tänzer oft schade finden), ist das Einstiegsalter in der Abteilung höher als anderswo. Obwohl das Tanzen jung hält (und das sieht man uns an), sind neue Mitglieder erwünscht. Ein Probetraining zeigt, wie viel Freude das gemeinsame Tanzen macht und wie man dabei auf eigenen Füßen steht – nicht auf denen des Tanzpartners!